Zwergbartagamen (Pogona henrylawsoni)

Zwergbartagamen, vielen auch als kleiner Bruder der Bartagamen bekannt ist eine kleinere Art der sehr beliebten und bekannten Bartagamen. Bekannt geworden ist diese Art durch ein gleiches Aussehen, bei kleinerem Körperbau und damit angepassten Haltungsbedingungen, welches vielen Haltern einfach sympathischer geworden ist, gerade bei eingeschränkten Möglichkeiten.

 

Inhalt

  1. Arten
  2. Lebensraum
  3. Verhalten
  4. Fortpflanzung, Zucht
  5. Haltung
  6. Ernährung

 



Arten:

Die Zwergbartagamen (Pogona henrylawsoni) verdanken ihren Namen dem bartartigen Kehllappen. Zwergbartagamen sind wechselwarme Tiere und  werden in der Regel zwischen 25-30 cm groß. Dabei nimmt der Schwanz etwa die Hälfte der Gesamtlänge ein. Zwergbartagamen haben einen kompakten Körperbau mit kräftigen Gliedmaßen. Dabei unterscheiden sie sich in einigen Merkmalen von ihren Artgenossen. So ist der Bart im Vergleich zu ihren Verwandten weniger stark ausgeprägt. Der Kopf nicht rechteckig sondern rund. Von der Farbe unterscheiden sich die Zwergbartagem kaum von ihren Artgenossen. In der Regel haben sie eine orangebraune Haut, die aber auch ins Grünliche abweichen kann. Die Tiere können ihr Äußeres abhängig von der Sonneneinstrahlung hell oder dunkel verfärben. Zwergbartagamen sind innerhalb von 10-12 Monaten ausgewachsen und werden bis zu 10 Jahre alt.

 

Lebensraum: 

Zwergbartagem stammen aus dem nordöstlich gelegenem Queensland in Australien. Man findet sie häufig auf schwarzen Böden mit wenig Vegetation. Die Tiere sind aufgrund ihres gut getarnten Äußeren schwer mit dem Auge in der steppenähnlichen Landschaft ausfindig zu machen.

 

Verhalten: 

Die Zwergbartagamen zeichnen sich durch eine Vielseitige aber gut zu verstehende Körpersprache aus. Das Zügeln, beschreibt die Erkundung des Terrains mit der Zunge. Zudem dient es der Begrüßung und Indentifizierung untereinander.

Auch die Ablehnungs- bzw. Abwehrgesten der Tiere sind sehr interessant. Schließt das Tier seine Augen, wird dies oft fälschlicher Weise vom Menschen als eine Art des Wohlbefindens bzw. Entspannung beim Streicheln gedeutet. In Wahrheit jedoch zeigt das Tier damit seine Ablehnung gegen die herrschende Situation. In diesem Fall ist es ratsam, dem Tier die benötigte Ruhe zu gönnen.

Auch wenn der Bart bei den Zwergbartagmen weniger ausgeprägt ist, stellen sie diesen auf um dem Eindringling unmissverständlich klar zu machen, dass sie für einen Kampf bereit ist. In manchen Fällen, vor allem wenn das Tier sich in die Enge getrieben fühlt, kann es zu einem deutlich hörbaren Fauchen kommen.

Weiterhin sind verschiedene Demutsgesten bei Zwergbartagamen zu beobachten. So kreisen diese oft mit den Armen, um dem ranghöheren Tier ihre Demut zu demonstrieren. Diese Geste wird oft als das Winken bezeichnet. Demut kann von den Tieren auch durch das Abducken des Körpers oder langsame Auf- und Abwärtsbewegungen von Kopf und Unterkörper demonstriert werden. Bei manchen Tieren kommt es vor, dass sie diese Demutsgesten auch gegenüber ihrem Halter zeigen.

Völlig anders verhalten sich die Tiere bei Revierkämpfen. Beide Tiere beginnen mit ihrem aufgestellten Bart wild zu nicken. Die Köpfe der Tiere umkreisen sich, wobei jedes Männchen versucht einen effektiven Biss bei seinem Konkurrenten zu setzen. Unterwirft sich ein Männchen durch Bewegungslosigkeit, dauert es in der Regel nicht lange bis der Verlierer die nächste Gelegenheit zur Herausforderung sucht.

 

Fortpflanzung: 

Äußerst interessant ist das Balzverhalten der Tiere. Dieses beginnt mit heftigen Nickbewegungen in die Richtung des Weibchens. Zur gleichen Zeit färbt sich der Bart des Männchens schwarz. Ist das Weibchen paarungswillig, senkt es den Oberkörper ab. Danach setzt das Männchen seinen Paarungsbiß im Nacken des Weibchens und versucht mit einem seiner zwei Hemipenisse in die Kloake des Weibchens einzudringen. Der eigentliche Paarungsakt dauert nicht länger als 2 Minuten. Ist das Weibchen nicht paarungswillig, versucht es aus der Situation zu fliehen.

 

Die Schwangerschaft dauert zwischen 4 und 7 Wochen. In dieser Zeit sollte das Weibchen besonders beobachtet werden. Während der Schwangerschaft ist es wichtig, das Weibchen mit ausreichend Vitaminen und Mineralien zu versorgen sowie Stress für das trächtige Tier strikt zu vermeiden.
Haltung:

Zwergbartagamen brauchen viel Platz und Pflege. Sie können allein, aber auch in Gruppen gehalten werden. Entscheidet man sich für die Anschaffung mehrerer Zwergbartagamen, muss unbedingt beachtet werden, dass sich niemals mehr als ein Männchen im Terrarium befindet. Ansonst kann es unter den Männchen durch ihr Terretorialverhalten zu schwerwiegenden Verletzungen oder gar den Tod eines der Tiere kommen. Zwergbartagamen sollten auch nicht mir anderen Bartagamenarten gehalten werden, da diese schnell als Futter dienen könnten.

Im Vergleich zu den anderen Bartagamenarten kann das Terrarium ein wenig kleiner sein. Mindestens sollte den Tieren eine Fläche von 130 x 80 x 80 zur Verfügung stehen. Diese Größe ist für ein Pärchen ausreichend und sollte keinesfalls unterschritten werden, da Zwergbartagamen über einen gesunden Bewegungsdran verfügen. Übermäßig viele Unterschlupfmöglichkeiten und zu viel Dekoration sollten vermieden werden. Man sollte dafür sorgen, dass den Tieren ausreichend Wasser im Terrarium zur Verfügung steht. Zwergbartagamen trinken viel und baden sehr gern. Hier bietet es sich an eine flache Wasserschale im Terrarium zu platzieren.

Im Vergleich zu ihren Artgenossen mögen es Zwergbartagamen ein wenig wärmer. Die Durchschnittstemperatur sollte tagsüber bei 30°C und nachts zwischen 20 und 25°C liegen. Es ist empfehlenswert mit Hilfe von Strahlern einzelne Sonnenplätze mit bis zu 55°C zu schaffen. Für die Beleuchtung im Aquarium muss mit Hilfe einer UV-Lampe gesorgt werden. Eine Leuchtstoffröhre mit 300 Watt Leistung muss mit einem Abstand von mindestens einem Meter zum Terrariumuntergrund platziert werden. Wird dieser Abstand unterschritten, kann dies zu schlimmen Hautschädigungen oder gar Verbrennungen führen.

Der Untergrund im Terrarium sollte aus möglichst aus grabfähigem Sand bestehen. Positiv hat sich Lehmsand in der Vergangenheit bei Besitzern von Zwergbartagamen bewährt. Lehmsand können Sie in jedem Zoofachgeschäft erwerben. Damit sich die Zwergbartagamen im Untergrund eingraben können, sollte die Höhe des Untergrundes etwas 15 cm betragen. Befindet sich ein Weibchen im Terrarium, muss sichergestellt werden, dass eine Eiablage vorhanden ist. So sollte an einer Ecke des Terrariums der Untergrund etwa 20 cam aufgeschichtet werden. Für die Eiablage muss der Sand leicht feucht sein. Alternativ kann man auch eine Eiablagebox im Zoofachgeschäft erwerben.

Zusätzlich sollten ausreichend Äste im Terrarium vorhanden sein. So haben die Tiere die Möglichkeit höher gelegene Plätze aufzusuchen. Zudem sollten einige Unterschlupfmöglichkeiten installiert werden. Neben einer stabilen Rückwand sorgen Steine und Wurzeln für ausreichend Verstecke. Wenn man mag, kann man auch durch das Hinzufügen von Pflanzen für eine schöne Optik im Terrarium sorgen.

Zwergbartagamen halten Winterschlaf! Im Herbst werden die Tiere meist träge und halten sich bei der Fütterung zurück. Der Winterschlaf sollte dann durch langsames Herabsetzen der Lichtintensität und der Temperatur eingeleitet werden. Da die Tiere gern einmal aufwachen um Wasser aufzunehmen bzw. den Schlafplatz zu wechseln, sollte auch im Winter den Tieren immer frisches Wasser angeboten werden.

 
Ernährung: 

Zwergbartagamen werden als „Ansitzjäger“ bezeichnet. Das bedeutet, dass die Tiere nicht jagen sondern eher auf der Lauer nach etwas Nahrung sind. Um deren Anforderungen gerecht zu werden, sollte den Tieren ein ausgewogene Ernährung angeboten werden. Neben tierischer – und pflanzlicher Ernährung sollten die Tiere mit ausreichend Wasser sowie Vitaminen und Mineralien versorgt werden. In der Regel werden ausgewachsene Tiere 2-3 mal pro Woche gefüttert. Experten raten dazu, den Tieren an einem Tag in der Woche einen Fastentag einzuräumen.

Als tierische Nahrung kommen Schaben, Heuschrecken, Grillen und Heimchen in Frage. Diese kann man selbst züchten bzw. in einer Zoohandlung erwerben. Zusätzlich können die Zwergbartagamen auch mit Mehlwürmern, Wachsmotterlarven oder Zophobas gefüttert werden. Bei Letzteren ist zu beachten, dass diese bei übermäßiger Fütterung aufgrund des großen Fettgehaltes zu Gewichtsproblemen der Tiere führen können. Hier gilt es ein angemessenes Verhältnis herzustellen. Mehlwürmer, Wachsmotterlarven und Zophobas sollten daher eher als „ besondere Leckereien“ angesehen werden. Bei der Fütterung von Zophobas wird geraten, den Kopf der Tiere vor dem Verzehr abzutrennen, da dieser Schaden im Magen des Tieres anrichten kann.

Bei der Fütterung mit pflanzlicher Nahrung sollte man täglich einen gemischten Salat anbieten. Mehr pflanzlicher Nahrung bedarf es nicht, da Zwergbartagamen eher tierische Nahrung bevorzugen. Ein gesunder Salat für die Tiere sollte aus Karotten, Fenchel, Ruccola, Endivien, Löwenzahnblättern, Gänseblümchen, Vogelmiere, Klee und Romanasalat bestehen. Diese haben das beste Kalzium-Phosphor Verhältnis und können den Tieren nicht schaden. Aufgrund der Vielzahl an Variationen, werden die Tiere die pflanzliche Nahrung gern aufnehmen.

Ergänzend zur tierischen- und pflanzlichen Ernährung ist es wichtig, die Tiere mit ausreichend Vitaminen und Mineralien zu versorgen. Da die Nahrung immer einen Calciumüberschuss haben sollte, ist es wichtig vor jeder Fütterung ein geeignetes Vitaminpräparat der Nahrung beizumischen. Auch hier ist die richtige Dosierung zu beachten. Kompetente Beratung zu Produkten erhält man in jedem Zoofachgeschäft.

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