Schleuderschwanzagmanen - Hardune
Laudakia stellio
Allgemeines
Schleuderschwänze - auch Hardune genannt - sind eine Agamenart, welche in Afrika, Europa und Teilen Asiens heimisch ist. Diese Art ist in der Terraristik zwar vertreten, jedoch eher selten anzutreffen. Wir haben auf der Suche nach diesem Typus im Verhältnis zu Bartagamen eher spärliche Informationen gefunden. Dies mag wohl auch daran liegen, dass diese Tiere weniger Streicheltiere und durchaus eigensinnig sind. Aber auch hier konnten einige Züchter schon von handzahmen Erfolgen berichten.
Die Färbung der Körper der Schleuderschwänze hängt stark von ihrer Herkunft ab.
Sandige bis bräunliche Färbungen sind am häufigsten anzutreffen. Man trifft jedoch auch auf Unterschiede von schwarzen bis roten Flecken sowie verschiedenen Marmorierungen. Der Schwanz ist meist geringelt. Einige Arten weisen sogar gefärbte Kehlen auf.
Die Gliedmaßen sind mit deutlichen Schuppen und Stacheln versehen. Auch das sichtbare Trommelfell am Hinterkopf wird durch diese geschützt.
Je nach Unterart werden die Tiere zwischen 30 bis 35 cm groß (Körper und Schwanz). Daher ist von Anfang an ein entsprechendes und ausreichend großes Terrarium zu planen.
Die Schleuderschwänze brauchen Platz. Ahnlich wie in der Wüste laufen und klettern sie gerne herum. Es empfiehlt sich auf jeden Fall Kletteraufbauten, Felsen, Steine Wurzeln etc. im Terrarium zu platzieren. Unsere Tierchen verstecken sich gerne, wenn es zu heiß wird oder sie lieber ungestört sein möchten. Daher ist ebenfalls zu empfehlen, entsprechende Unterschlupfe unter Steinen, Wurzeln u.ä. mit einzubauen.
Als Bodengrund empfehlen wir üblichen Terrariensand. Handelsüblicher Calciumcarbonat-Sand kann ebenfalls verwendet werden. Beide Sorten werden in unterschiedlichen Farben angeboten und können entsprechend gemischt werden. Wir haben eine 2:1 Mischung von rötlichem zu sandfarbenem Sand genommen.
Da Schleuderschwanzagamen ihre Körper während der Häutung gern scheuern, sollte eine dicke Schicht Sand vorhanden sein. Der Sand sollte auf eine Höhe von 8 bis 10cm eingefüllt werden. So haben die Tiere außerdem eine Möglichkeit, sich nach Belieben einzugraben – was sie Ihnen danken werden.
Je nach Wärme können mediterane Pflanzen in den Terrarienbau mit bedacht werden. Wir haben kleine Kakten und Pflanzen eingebaut, welche nur einmal wöchentlich besprüht werden müssen. Der Terrarien und Zoofachhändler hilft hier gerne weiter.
Schleuderschwänze sind eindeutige Wüsten- und Steppenbewohner, welche sich vorzugsweise an Felsen und/oder Hängen aufhalten. Sie mögen es generell sehr warm. Unsere Tierchen suchen häufig Gebiete ab 40°C auf. Eine genaue Beobachtung der Tiere und ihrer Verhaltensweisen zu Beginn ist unbedingt zu empfehlen. Achten Sie ebenso sorgfältig auf die UV Bestrahlung im Terrarium.
Örtliche Wärmeplätze: 40-60 °C
Raumtemperatur: 30-40 °C
Feuchtigkeit
Wir besprühen das Terrarium, meist morgens 1-2 mal die Woche mit einem handelsüblichen Befeuchter.
Nahrung
Die Nahrung sollte generell stets abwechslungs und nährstoffreich sein. Die Futtertieer sind direkt vor der Fütterung mit Vitaminpräperaten zu bestäuben und im Idealfall direkt nach dem Erwerb mit mineralhaltiger Nahrung aufzupeppeln.
Bitte überfüttern Sie die Tiere nicht. Bei zu häufiger Fütterung verbleiben Nahrungsreste im Darm und schädigen die Tiere stark. Achten Sie außerdem auf die rechten Zeiten. Schleuderschwanzagamen, wie auch andere Agamenarten, verdauen ihre Nahrung erst bei der richtigen Temperatur. Morgens können sie aufgrund der noch nicht vorhandenen Wärme nur schwer und nachts meist nicht mehr richtig verdauen.
Die Häufigkeit richtet sich nach Alter und Größe der Tiere. Jungtiere werden häufiger als adulte Tiere gefüttert. Jungtiere können bis zu 5x die Woche gefüttert werden.
Winterruhe
Die Winterruhe stellt eine ausgezeichnete Basis für nachfolgendes Balzverhalten sowie die Vermehrung dar. Darüber hinaus schafft sie einen natürlichen Lebenszyklus für die Tiere. Gerade in der Gefangenschaft ist dieser Faktor wichtig.
Wenn Sie sich in Foren oder anderen Webseiten bewegen, werden Sie in diesem Zusammenhang immer wieder hören "In der Natur gibt es auch keine Gnade" oder ähnlich. Dies ist nicht ganz falsch aber auch nicht ganz korrekt. In der Natur kommt der Winter, ob die Tiere fit sind oder nicht. Ein krankes oder angeschlagenes Tier wird jedoch meist Probleme mit der Winterruhe haben. Sie sollten also immer sehr genau überlegen, ob ihr Tier kräftig genug ist, die Winterruhe auch unbeschadet zu überstehen.
Gesunden und kräftigen Tieren bietet die Winterruhe entsprechend eine hervorragende Möglichkeit, sich zu stärken und gesund ins Balzverhalten zu wechseln.
Vor der geplanten Winterruhe sollte eine Kotprobenuntersuchung vorgenommen werden. Hierzu wird der Kot eingesammelt und in ein entsprechendes Labor eingeschickt. (Links und Adressen befinden sich in unserem Linkverzeichnis) Die Kosten liegen ca. bei 10 Euro. Wenn hier alles in Ordnung ist, wird 4-6 Wochen vor der eigentlich geplanten Winterruhe die Beleuchtungs- und Wärmezeit kontinuierlich gesenkt und schließlich ganz eingestellt. Parallel wird rechtzeitig die Fütterung eingestellt. Durch gezieltes Baden wird der Darm vor der Winterruhe vollständig entleert, auch wenn unsere Tierchen sich bisher noch strikt weigern zu baden.
Welche Temperaturen im Winter zu halten sind, sollten Sie über eine Suchmaschine mit den Begriffen "Klimatabelle + das Land aus dem ihr Tier kommt" suchen. Bei Schleuderschwänzen ist meist von einer Temperatur von 15-20°C zu lesen. Die Winterruhe beträgt zwischen 4 und 10 Wochen. Nach der Pause beginnt obiges Spiel genau umgedreht. Temperatur und Wärme werden kontinuierlich erhöht. Auch die Fütterung wird wieder aufgenommen.
Während der kompletten Zeit, sollte stets frisches Wasser, jedoch keine Nahrung bereit gestellt werden.
Tiere die nach der Winterruhe nicht wieder anfangen zu fressen, sind entsprechend durch den Tierarzt zu behandeln