Viele Reptilien sind auf Lebendfutter angewiesen. Die eigene Futtertierzucht kann aus mehrerlei Gesichtspunkten Sinn machen. Hierbei können Kosten, kein entsprechender Händler in direkter Nähe sowie die Sicherheit gesundes Futter zu haben eine Rolle spielen. Darüber hinaus ist sicherlich der Faktor Hunger und Durst beim Versand vom Züchter zum Händler, vom Händler ggf. zum Kunden nicht ganz zu vernachlässigen. Für die Tiere ist dieses einfach Streß, welches ihr Tier dann aufnimmt. Zusätzlich können über eine eigene Zucht, Futtertiere entsprechend mit Vitaminen über die Nahrung angereichert werden, was dann ihrem Liebling zu Gute kommt.
Beschreibung
Das Heimchen (Acheta domesticus) ist eine Grillenart. Acheta bedeutet „Sänger“ und domesticus „häuslich“. Dieser Name ist auf wesentliche Eigenschaften des Heimchens zurückzuführen. Das Heimchen kommt generell weltweit vor, doch es sucht sich seinen Unterschlupf bevorzugt in menschlichen Siedlungsgebieten
Heimchen sind in der Terraristik ein beliebtes Futtertier für verschiedene Echsenarten und anderen Reptilien. Da diese Tiere recht schnell und einfach zu züchten sind, bieten Sie oft Vorteile gegenüber anfälligeren Insekten.
Für die Zucht eignen sich hochwandige Behälter (Glasterrarium, Faunaboxen etc.) Es sollte drauf geachtet werden das diese glattwandig sind und dicht schließend. Darüber hinaus sollte eine Luftzufuhr gewährleistet sein.
Als Einrichtung eignen sich Eierpappkartons, sowie zusammengeknülltes Zeitungspapier in welchen sich die Tierchen verstecken können. Als Bodengrund nimmt man meist Holzspäne, welche sich wegen der Aufnahme der Luftfeuchtigkeit gut bewährt haben. Im Aufzuchtbehälter für die Eiablage empfiehlt sich eher Sand. Holzspäne eignet sich nicht so gut, die kleinen Tiere zu entnehmen.
Es empfiehlt sich die Größe von ca. 50*30*30 für ca. 500 ausgewachsene oder 1000 mittelgroße Heimchen
Hier muss man zwischen Adult Heimchen und Jungtieren unterscheiden. Jungtiere / Larven benötigen eine größere Luftfeuchtigkeit als ausgewachsene Heimchen, welche die Trockenheit lieben. Eine höhere Luftfeuchtigkeit erreicht man z.B. mittels Wassersprüher, welcher täglich zum Einsatz kommt.
Als Futter verwenden wir eine gesunde Mischung aus Trockenfutter und Feuchtfutter.
Trockenfutter: Haferflocken, Hundeflocken, Weizenkleie, Fischfutter, Honigfutter für Weichfresser, Mineralstoffe und Vitamine.
Feuchtfutter: Weizenkeimlinge, Chinakohl, Äpfel, Karotte, Apfelsinen, Wildkräuter, Gras, frische Laubblätter (grün), Löwenzahn, Klee,
Zusätzlich sollte eine Möglichkeit mit einer Wasserversorgung bereitgestellt werden. Hier empfiehlt sich eine flache Wasserschale, ggf. mit Sand oder Schwamm, damit die Tierchen nicht ertrinken, oder eine Tropfschale.
Darüber hinaus haben wir im Internet den Hinweis gefunden, keimfähiges Weizen aus dem Reformhaus zu kaufen, dieses keimen und wachsen zu lassen und einfach in das Aufzuchtbecken zu stellen. Die Heimchen fressen die Pflanze dann herunter und man kann sich sicher sein biologisches verfüttert zu haben. Danach stellt man einfach ein neues rein oder lässt das alte nachwachsen oder säht erneut aus.
Ablagesubstrat
Die Zusammensetzung dieses Substrates kann unterschiedlich sein. Es empfiehlt sich jedoch hier Sand, Blumenerde, ein Blumenerde-Sand-Gemisch zu verwenden, welcher ständig feucht gehalten werden sollte.
Temperatur
Die optimale Temperatur für Heimchen liegt zwischen 25°C – 30°C. Temperaturen über 32°C und unter 26°C mögen Heimchen meist weniger und sterben.
Verschiedene Futtertierzüchter berichten optimale Ergebnisse bei einer Temperatur von 28°C - 30°C und eine recht schnelle Zucht.
Die Jungtiere schlupfen bei einer Temperatur von 30°C – 33°C nach ca. 7-10 Tagen. Nach ca. weiteren 4 Wochen sind die Jungtiere ausgewachsen und haben eine Lebenserwartung von ungefähr 12 Wochen
Zur Zucht nimmt man eine Auswahl von 30-50 Weibchen sowie 5-10 Männchen in den Zuchtbehälter. Die Legebehälter werden alle 7 Tage gegen neue ausgetauscht, und in vorbereitete Brutbehälter getan. (Temperatur 30°C – 33°C). Die Jungtiere schlupfen ca. nach 7-10 Tagen. Es empfiehlt sich die Ablagebehälter alle Periode zu wechseln, da diese meist durch Futterreste, Kot etc. verklumpen und es den Weibchen erschwert ihre Eier abzulegen.
Je nach Art - Heimchen oder Kurzflügelgrille - legen diese Weibchen 600 bis 700 Eier innerhalb einer Woche. Die Angabe schwanken in diversen Büchern jedoch. So findet man hier auch Angaben von 200-300 Eiern. Wie dem auch sei, Heimchen legen generell recht viele Eier und vervielfachen sich recht schnell.
Nach 4-5 Wochen sollte man die Zuchttiere auswechseln.
Die Entnahme, bzw. Umsetzung der Heimchen, sollte generell außerhalb der Wohnung erfolgen. Es kann fast immer passieren das ein Heimchen erwischt. Heimchen werden nicht ganz von ungefähr den Schädlingen zugeordnet und können ein interessantes Unheil in der Wohnung anrichten. Darüber hinaus werden wahrscheinlich ihre Nachbarn noch Sie über das nächtliche Zirpen in der Wohnung erfreut sein. Lassen Sie die Tierchen lieber im Garten zirpen als in ihrer Wohnung.
In Mietwohnung empfiehlt sich vielleicht die Entnahme der Heimchen über der Badewanne. Wenn diese nicht gerade quer heraus springen, können die in der Badewanne meiste nicht allzu weit kommen.
Überklasse: Sechsfüßer (Hexapoda)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Langfühlerschrecken (Ensifera)
Familie: Grillen (Gryllidae)
Art: Heimchen
Wissenschaftlicher Name: Acheta domesticus
Linnaeus 1758