Boa Constricros

Informationen rund um "Boa Constricros"

Vor dem Kauf

Wer sich Riesenschlangen halten möchte, ist als Einsteiger mit einer Boa Constrictor imperator  gut beraten.  Sie kann mit circa 2,5 Metern und entsprechendem Gewicht  gut von einer Person gehändelt werden, sie besitzt eine robuste Gesundheit, anspruchsloses Fressverhalten, und ist wenig anfällig für das Regurgitationssyndrom (eine häufige Todesursache bei jungen Boas) und gilt als friedfertig.

 

Arten und Grundsätzliches

Die Boa Constrictor (Abgottschlange) gehört zu den Boidae (Riesenschlangen) und kommt in Mittel- und Südamerika vor. In jungen Jahren kann sie gut klettern, mit steigendem Alter und Gewicht hält sie sich vorwiegend am Boden auf. Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv. Ihre Beute umschlingt und erdrückt sie. Die Weibchen sind größer als die Böcke und lebendgebärend. Sie sehen schlecht, nehmen aber Erschütterungen wahr und orientieren sich nach Geruch, den sie über die Zunge aufnehmen.

Der Kopf ist vom Rumpf abgesetzt und keilförmig, die Zeichnung auffällig, mit rautenförmigen Sattelflecken. Innerhalb der elf Unterarten unterscheiden sich die Schlangen auch noch je nach Herkunftsland auch in Größe und Aussehen.

Boa constrictor constrictor  (Königsboa) kommt im nördlichen und mittleren Südamerika vor. Sie besitzt fledermausförmige elfenbeinfarbene, braune bis dunkelgrau, oft mit rotem Schwanz Sattelflecken und kann über 3 Meter lang werden.

Boa constrictor imperator (Kaiserboa) ist kleiner als Boa c. constrictor, hat mehr Sattelflecken und eine Vielfalt von Färbungen, von milchweiss bis knallorange und Schwarzbraun. Sie kommt vor im südlichen Mexiko bis nach Peru. Die größten stammen aus Kolumbien und können bis 2,50 Meter erreichen, die kleinsten, unter 2 Meter kommen aus Honduras. Aufgrund ihres friedlichen Gemüts ist sie die ideale Schlange für Anfänger.

Ebenfalls sehr ruhig ist die Boa constrictor longicauda (Langschwanzboa) aus Peru. Sie ist selten und teuer. Auffällig ist die schwarze Kopfmuster und leuchtendes Goldgelb mit schwarzen Flecken im Schwanzbereich geben ihr ein auffälliges Aussehen. Sie können bis zu 3 Meter erreichen.

Wegen ihres Aussehens ist auch die Boa constrictor amaralil (Kurzschwanzboa) unter Terrarienfreunden beliebt. Mit hell- bis dunkelgrauer oder bräunlicher Tönung werden sie ungefähr so groß wie Boa c. imperator.

Boa constrictor nebulosa (Dominicaboa) von der gleichnamigen westindischen Insel wird selten gehalten. Sie gilt als aggressiver. Die Zeichnung ist verwaschen, im Schwanzbereich gelb bis beige. Weibchen werden bis zu 2,50 Meter lang.

Auch die Boa constrictor occidentalis hat ein lebhafteres Temperament und wird selten gehalten.

In Gefangenschaft werden Boa constrictor werden in der Regel 15 bis 20 Jahre alt. Das Gewicht hängt von Art, Alter und Fütterung ab, in Ausnahmefällen über 30 Kilo.

In vielen Ländern sind Wildfänge verboten, Nachzuchten sind zum Teil Mixe aus Boas verschiedener Art und Herkunftsländern bis hin zu Modezüchtungen mit  ungewöhnlichen Farbtönen. Käufer einer Boa müssen bei der Naturschutz- oder Landschaftsbehörde eine Herkunftsbescheinigung vorlegen Züchter und Zoohandlungen bieten Boas an, die Preise liegen zwischen 100 bis 300 Euro (ohne Gewähr!).

 

Haltung

Die Größe des Terrariums kann wie folgt berechnet werden: Länge des Tieres x 0,75 = m Terrarienlänge und -höhe; Länge des Tieres x0,5 = m Terrarienbreite. Das Terrarium sollte Tag und Nacht simulieren, mit 12-14 Stunden Beleuchtung täglich. Eine Temperatur zwischen 28-30 C, nachts circa 5 C kühler  ist optimal, dazu eine Luftfeuchtigkeit zwischen 60-80 %. Ideal sind auch unterschiedliche Wärmezonen im Terrarium. Auf jeden Fall müssen die Lampen gesichert werden, damit sich die schmerzunempfindlichen Schlangen keine Verbrennungen holen zuziehen können. UV Licht brauchen Schlangen im Gegensatz zu anderen Echsen nicht.

Echte Pflanzen im Terrarium werden meist nach wenigen Tagen von den Tieren „plattgemacht“, wenn überhaupt, dann bieten Plastikpflanzen auch nach längerer Zeit den besseren Anblick.

Alternativen zu Rindenmulch, Sand und Streu ist Zeitungspapier. Wichtig ist, dass der Boden regelmäßig gereinigt wird, Kot,Urinstein und Fressrückstände entfernt werden, um Infektionen zu verhindern. Aus dem gleichen Grund sollten die Einrichtungsgegenstände gereinigt werden. Äste, Korkrinden oder andere Ablageplätze zum Sonnen oder Zurückziehen benötigt die Schlange ebenso wie ein herausnehmbares Wasserbehältnis, das groß genug sein soll, um darin zu baden. Boas trinken nicht nur, sondern verrichten auch gerne ihr Geschäft im Wasser. Deshalb muss das Wassergefäß täglich gereinigt und neu befüllt werden PH Wert über 5).

Wird die Boa im Terrarium gefüttert, kann es passieren, dass sie jedes Hineingreifen  als Füttern versteht und zuschnappt. Viele Halter füttern ihre Schlangen deshalb in einer Faunabox. Das sind kleinere Boxen, die für junge Schlangen und Neuankömmlinge verwendet werden, die sich erst an ein großes Terrarium gewöhnen müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Terrarium sauber bleibt (kein Kot u.a. der Futtertiere). Andererseits kann das Rein- und Rausnehmen zum Füttern der Schlange Stress bereiten, da sie empfindlich auf die Veränderung der gewohnten Umgebung reagieren. Leben mehrere Schlangen zusammen, sollten sie allerdings bei der Fütterung getrennt werden, damit sie sich nicht ineinander verbeissen.

 

Haltung

Wer mehrere Schlangen im Terrarium halten möchte, sollte darauf achten, dass die Tiere ungefähr gleich groß und alt sind (und nicht die kleinere zur Beute wird!). Liegen die Schlange zusammen, ist das ein positives Zeichen, gehen sie sich aus dem Weg, geben sie ständig kleine Mengen von Urinstein und Kot ab, ist das ein Zeichen für Stress und man sollte die Schlangen in getrennten Terrarien halten.

Obwohl Schlangen keine Streicheltiere sind, kann man versuchen, sie an das Händeln gewöhnen, indem man sie täglich für ein paar Minuten herausnimmt, aber keinesfalls nach dem Fressen und während der Häutung. Man setzt sie auf den Schoß setzt und bildet mit den Händen eine Höhle, in der sich die Schlange geborgen fühlt und den Geruch des Halters kennenlernt. Allerdings ist es auch eine Temperamentssache, manche Schlangen reagieren immer aggressiv, andere sind stressresistenter.

Wenn man eine Schlange herausnimmt, sollte man den Kopf  mit einer Hand fixieren, nicht zu fest, während die andere unter den Bauch geschoben wird, so dass sich die Schlange um den Arm ringelt.

Nach 8-14 Tagen häutet sich die Schlange das erstmal, da sie aus der alten Haut herausgewachsen ist. Jungtiere häuten sich öfter, besonders, wenn sie intensiv gefüttert werden. Wenn die Schlange ausgewachsen ist, passiert dies nur noch 2-3x im Jahr. In dieser Zeit werden sie reizbar, inaktiv und fressen nicht mehr, man sollte ihnen auch kein Futter mehr anbieten. Durch die Flüssigkeit, die zwischen alter und neuer Haut entsteht, werden die Augen milchig, die Farben verblassen. Eine Fütterung würde die Flüssigkeit  für die Verdauung abziehen und Probleme hervorrufen, ebenso wie zu geringe Luftfeuchtigkeit im Terrarium. Während die alte Haut im Normalfall durch Reiben im Ganzen abgestreift wird, platzt sie bei Trockenheit nur in Fetzen ab. Die alte Haut schnürt die Blutzufuhr ab und lässt Gewebe besonders an Schwanzspitze und Augenlidern absterben, wenn sie nicht entfernt wird. Hochsetzen der Luftfeuchtigkeit sowie ein warmes Bad sind Gegenmaßnahmen, um die Haut zu lösen. Ein Bad ist ebenfalls erste Hilfe Maßnahme, wenn die Schlange unter Verstopfung leidet.

Badet die Boa lange Zeit im Wasser, deutet das auf Milbenbefall hin. Parasitenbefall ensteht durch mangelnde Hygiene, über Futtertiere oder Einstreu.

Alarmzeichen sind auf jeden Fall: Inativität, Futterverweigerung und Abmagerung, Futter Auswürgen, häufiges Urinieren, breiiger oder flüssiger Kot, Ausfluss an Nase und/oder Maul.

Eine Kotprobe beim Tierarzt ist die sicherste Methode, um der Ursache auf den Grund zu gehen, Hygiene und richtige Fütterung beugen Krankheiten vor.

 

Fütterung

In der freien Natur lauert die Boa auf Beute, schießt blitzschnell vor, verbeißt sich in den Kopf der Beute und „erwürgt“ sie mit ihrem umschlungenen Leib. Danach öffnet sie das Maul, bezüngelt die Beute zum Anregen der Verdauungssekrete und macht sich dann daran, ihre Kiefer einzeln über Leib des Opfers zu schieben, bis es von alleine hineinrutscht. Was verwest, bevor die Schlange es verdaut hat, wird wieder ausgewürgt. Kommt das häufiger vor, ist das ein schwerwiegendes Krankheitssymptom, das Regurgitationssyndrom. Bei jungen Schlangen kommt es eine der häufigsten Todesursachen bei der Aufzucht. Boa c. constrictor und c. occidentalis sind hierfür besonders bekannt. Grund ist falsche Fütterung: zu große Futtertiere, zu häufige Fütterung, Streß. Durch das Auswürgen verlieren die Boas zuviel Flüssigkeit und Elektrolyte. Mäßigung bei der Fütterung verhindert das Syndrom. Babys können alle 10-14 Tage gefüttert werden, mit Mäuse- und Rattenbabys, ab 1 Jahr alle 10 Tage. Im 2. und 3. Jahr  alle 14 Tage (was sie jetzt frisst, wird in Länge umgesetzt), bei geschlechtsreifen, adulten Weibchen wird alle 2-3 Wochen, bei Männchen alle 3-4 Wochen gefüttert. Das Futtertier sollte etwa im Umfang die Größe des mittleren Schlangenleibes haben, nicht zu klein und nicht zu groß. Adulte Tiere fressen Meerschweinchen, Ratten, Hasen und Vögel. Etwa 3-5 Tage nach der Fütterung wird Urinstein und Kot ausgeschieden.

Die Futtertiere können entweder lebend, prekilled (kurz vorher getötet) oder  gefrostet erfolgen. Fast alle Schlangen fressen tote Futtertiere, manchmal muss ein bisschen getrickst werden, die tote Beute wird mit der Futterzange hin- und herbewegt, damit die Schlange „anbeisst“

Gefrostete Futtertiere müssen selbstverständlich gut aufgetaut werden, bei Zimmertemperatur oder im heißen Wasser. Einige Halter reichern das Futter mit einer Vitaminspritze an.

Lebende Beutetiere setzen Kot und Urin ab im Todeskampf, manche wehren sich auch und beißen und kratzen die Schlange. Nicht zuletzt ist es eine Sache der Nerven, ob der Halter dem Schauspiel zuschauen möchte.

Noch ein Wort zu Prekilled: Laut Tierschutzgesetz ist es verboten, einem Säugetier Schmerzen zuzufügen, indem man es ohne sachgemäße Ausbildung tötet.

 

Fortpflanzung

Das Geschlecht des Jungtieres ist für den Laien schwer selbst zu bestimmen. Das geschieht am besten beim Tierarzt, der das mit einem Spezialgerät messen kann. Die Geschlechtsreife hängt von Größe und Gewicht ab und kann mit Powerfütterung beschleunigt werden. Weibchen werden normal mit circa 3 Jahren adult, das Männchen werden ein Jahr früher geschlechtsreif und zeigt Paarungswilligkeit an, indem er über das Weibchen kriecht und es bezüngelt, bzw. die Flüchtende verfolgt. Gibt das Weibchen nach, kann sich die Paarung über Stunden hinziehen. Ist das Weibchen trächtig, entwickelt es weniger Appetit , wird passiver und hält sich an warmen Plätzen auf, oft wird die Färbung auch dunkler, um mehr Wärme zu speichern. Die Trächtigkeit dauert 5-7 Monate, in der Zeit sollte dem Weibchen immer wieder mal Nahrung angeboten werden. Die Babies werden in einer transparenten Eihülle geboren, die sie selbst durchstoßen müssen. Unbefruchtete Eier werden ebenfalls mit ausgeschieden. Die Babies sind 45-60 cm lang

 

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